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#18 I Denkmalschutz Fenster

Hallo und herzlich Willkommen zum heutigen Blog Thema. In diesem Post möchte ich über Denkmalschutzfenster sprechen.
Hier stellt sich für alle die es nicht wissen natürlich ersteinmal die Frage:

Wieso und vor allem wann braucht man eigentlich Denkmalschutz-Fenster?

Die Antwort liegt natürlich auf der Hand. Denkmalschutz Fenster werden meistens in Häuser eingebaut die einen historischen Wert und/oder ein gewisses Alter haben. Je nach Gebäude-Alter sehen sich dann Bauherren in der Pflicht, Denkmalschutz-Fenster zu verbauen. 

Was aber macht ein Fenster zum Denkmal-Fenster oder besser zu einem Fenster „seiner Zeit“?

Eigentlich liegt die Antwort am Ursprung der Verglasung. Früher wurden Scheiben einfach nur bis zu einer gewissen Größe hergestellt. Der Herstellungsprozess sah in etwa so aus: Mit dem Mund wurde ein Zylinder geblasen,  die Enden weggeschnitten, der Zylinder aufgeklappt um schlussendlich Scheiben in einer gewissen Größe produzieren zu können. Später setzte man dann aus diesen einzelnen Scheiben das fertige, einfachverglaste Fenster zusammen.

 

Diese hatten dann zwischen vier bis sechs 4mm dicke Scheiben. Heutzutage kennt man das Problem von einfach verglasten Fenstern meist nur noch aus Erzählungen. Das Problem: Kondensatbildung auf der Raumseite. Nach dem einfachverglasten Fenster wurde dann das Verbundfenster als Nachfolger eingesetzt. Bei diesem Fenster wurden zwei Scheiben miteinander verbaut. Ein Luftpolster zwischen den Scheiben diente hier als Isolierung. Aber auch hier hatte man das Problem mit Kondensatbildung. Dies liegt einfach an dem zwischenliegendem Luftpolster und den beiden Scheiben, die jeweils unterschiedlicher Temperatur ausgesetzt sind.

 

Auf das Verbundfenster folgte dann schon die Isolierscheibe, bei der wiederum zwei Scheiben auf Abstand gehalten werden, um dann mit einem gasdichten Randverbund verklebt zu werden. Früher wurden die Scheiben mit trockener Luft und heute mit einem Gas befüllt um besser zu isolieren und Kondensatbildung entgegen zu wirken. Der Nachteil der Isolierscheibe liegt aber auch wieder in der Verarbeitung. Durch das Verkleben braucht man eine gewissen Einstandstiefe im Fenster und zusätzlich eine gewisse Tragkraft am Flügel was das Fenster einfach wuchtiger erscheinen lässt.

Ein klassisches Denkmalschutz-Fenster hat eine Zweifach-Verglasung mit vier Millimeter Glas, 8 Millimeter Luftzwischenraum und wieder vier Millimeter Glas, welche man dann in eine schlanke Konstruktion verbauen kann. Möchte man aber einen höheren Standart haben, gibt es zwischenzeitlich schon gute Dreifach-Isoliergläser. Diese werden im Leichtbau-Verfahren gefertigt. Hier wird anstelle von vier Millimeter Glas ein zwei Millimeter Glas für die Scheiben verwendet wodurch man trotz dreifach Verglasung einen sehr kompakten Aufbau bekommt. Damit das Ganze funktioniert muss das Glas der Scheibe vorgespannt werden.

 

Bei dem Beispiel aus unserem VLOG sehen wir noch aufgeschraubte Beschläge. Das bedeutet, unser Fenster hat in diesem Fall nur Drehflügel und es lässt sich somit nicht Kippen. Früher wurden Fenster gerne in der unteren Hälfte als Drehflügel verbaut und in der oberen hatte man ein Oberlicht zum Kippen. Das Fenster aus unserem Beispiel hat eine Schlagleiste und einen Wetterschenkel, um die zu geringe Bautiefe zu kompensieren und trotzdem vor Witterung zu schützen. Denn Achtung:

Denkmalschutz Fenster haben keine Regenschutzschiene sondern nur einen schräg gehäusten Holzschenkel und die Dichtung im Flügel.

Somit muss das Wasser weit genug vom Fenster abgleitet werden, damit der Wind eben dieses nicht zurück ins Fenster treiben kann. Ein weiterer wichtiger Punkt bei Denkmalschutz-Fenster ist die Tiefe der Flügel. Da die Fenster in der Regel nicht groß sind, ist man gut beraten, die Flügel so schlank wie möglich zu halten. Denn klar, je breiter die Flügel, desto weniger Fläche bleibt für die Scheiben und desto weniger Licht kommt durchs Fenster. 

Warum hat aber das Denkmalschutz-Fenster noch seine Berechtigung und vor allem aber seine Schönheit?

Die Antwort ist simpel: Es passt einfach zu einem alten Haus. Vor allem wenn es wie das Fenster im Beispiel so schön schlanke Proportionen hat. Vorsicht: Schlanke Sprossen im Fenster, funktioniert anders als bei klassischen Sprossen nur wenn diese aufgeklebt werden. Das Aufkleben dieses Sprosse funktioniert dann wie folgt: Das Glas im Beispiel ist pro Flügel ein Scheibe, welche auf Sprossen-Höhe einen eingearbeiteten Steg hat. Dieser geschwärzte Steg täuscht das Gefühl von zwei Scheiben vor und verhindert, dass man durch die Scheibe auf die verklebten Sprossen schauen kann. 

 

Wie behandle ich mein Denkmalschutz-Fenster?

Bei alten Fenstern rate ich entgegen der DIN zur Dünnschicht Behandlung, was seinen Grund im Wetterschenkel hat. Dieser leitet das Regenwasser mit einem ca. 80° Winkel vom Fenster ab. Durch den Winkel und die oben genannte nötige Breite des Schenkels bleibt aber immer ein gewisser Rest an Wasser oder Feuchtigkeit stehen. In Verbindung mit Sonne reisst so das Holz oder, würde man das Fenster Dickschicht-Behandeln, die Lasur.

Will man hier nachbessern sieht man sich dann einer etwas größeren Aufgabe konfrontiert. Während man bei einer Dünnschicht-Behandlung nur eine Schicht aufträgt, werden bei Dickschicht-Behandlungen folglich mehr Schichten aufgetragen. Dieser mehrschichtige Aufbau hat dann zur Folge, dass man sich sehr schwer beim gleichmäßigen Auftragen tut und das Fenster nur mit viel Geduld wieder so aussieht wie man das gerne haben möchte.

Aus diesem Grund empfehle ich meinen Kunden die einfachere Variante, weil sie langfristig einfach Pflegeleichter ist. Hier wird dann einfach alles was lose und abgewittert ist abgeschliffen und später mit einer handelsüblichen Dünnschicht-Lasur behandelt. Wenn man dies alle zwei Jahre macht, behält man sich die Schönheit seiner Fenster ohne größeren Aufwand. 

Mein Kredo ist: Man sollte die Fenster entsprechend dem Haus wählen. Und was gibt es schöneres als zu einem altem Haus, voll funktionsfähige, auf alt getrimmte Fenster zu haben. 

Sollte es zum diesem oder auch anderen Themen eine Frage geben, freue ich mich wie immer über eine Nachricht an die 

Harald.Eberl@Wintergarten-Eberl.de,

Bis zum nächsten Blog, 

Harald Eberl 

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Harald Eberl
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harald.eberl@wintergarten-eberl.de