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#15 I Selbstreinigendes Glas

Selbstreinigende Gläser sind so circa vor zehn Jahren auf den Markt gekommen und haben seither bestand. Natürlich, denn wer wünscht sich nicht saubere, klare Scheiben ohne großen Putzaufwand. Gerade wenn der Begriff Arbeitsersparnis im Raum ist, werden Kunden hellhörig, leichtgläubig und entsprechend kaufbereit. So war das auch bei mir. Die Industrie hat das Produkt angeboten, ich sah die Vorteile und habe es verkauft. Was sich mittlerweile geändert hat. Den Grund dafür schildere ich im 15. Blogpost. 

Also, warum verkaufe ich kein selbstreinigendes Glas mehr? Allen voran und für mich sehr wesentlich: Der Preis ist einfach ein gewisses Hindernis. Aber erstmal der Reihe nach. Um einen selbstreinigenden Effekt zu erreichen wird das Glas mit Titan-Oxyd beschichtet. In Verbindung mit einfallendem UV-Licht sollen so Schmutzpartikel auf der Oberfläche abgelöst und mit Hilfe von Regen abgewaschen werden. Und genau hier findet sich die Krux der Sache. Denn zurecht verstehen die meisten Kunden unter dem Begriff selbstreinigendes Glas, ein sauberes Glas. Für diese Idee gibt man somit auch gerne mehr Geld aus. Verspricht es auf den ersten Blick auch immer klare Sicht ohne Putzen. In der Realität löst sich aber der Schmutz lediglich leichter vom Glas – ähnlich wie bei einer Lotusblume. Putzen muss man trotzdem. 

Und das ist auch der Grund dafür, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie über ein Produkt mehr geschimpft worden bin als über selbstreinigende Gläser. Denn keiner meiner Kunden war, obwohl er mehr Geld investiert hatte, mit dem Produkt zufrieden. Der ausbleibende selbstreinigende Effekt führte sogar manchmal dazu, dass angezweifelt wurde, ob wir die Gläser wirklich verbaut haben. 

Teuere Arbeitserleichterung – wenig Selbstreinigung

So stand ich zusammen mit einem Aussendienstarbeiter bei einer Kundin, wo wir die selbstreinigende Wirkung des Glases anhand einer Referenzscheibe bestätigt haben. Was ist also der Unterschied? Vergleicht man beim Reinigen der Scheiben beide Gläser, wird der Unterschied natürlich deutlich. Beim selbstreinigenden Glas gleitet das Wasser hydrophil von der Oberfläche ab während auf der normalen Scheibe das Wasser einen Film bildet und wie gewohnt abläuft. Das Fazit des Aussendienstlers war: „Gnädige Frau, Sie sehen das Wasser läuft wie bei einer Lotusblume ab, der Effekt ist gegeben und somit gibt es keinerlei Grund sich zu beschweren.“ Ja, der Mann hatte recht. Leider war diese Aussage aber nicht die gewünschte Antwort der Kundin. Denn während man als Kunde eine Selbstreinigung des Glases erwartet, bekommt man lediglich eine teuere Arbeitserleichterung.

Aus meinen Erfahrungen verlieren diese Scheiben im Laufe der Zeit zusätzlich ihre selbstreinigende Wirkung. Was bedeutet, dass sich das Material irgendwann nicht mehr vom normalen, preiswerterem Glas unterscheidet. Verheerend sind im Zuge dessen auch silikonhaltige Mittel, die die Beschichtung sofort zerstören. 

Natürlich wie schön wäre es, wenn man sich nicht mehr um das Putzen der Scheiben kümmern müsste..

Selbstreinigende Scheiben erleichtern zwar das Putzen zu einem hohen Preis, nehmen es aber nicht ab. Aus diesem Grund empfehle ich unseren Kunden auf herkömmliches Glas zurückzugreifen und das gesparte Geld für einen Profi-Fensterputzer zurückzulegen. Der macht nicht nur das Glas sauber sondern auch den Rahmen. So hat man einen Tip-Top geputzten Wintergarten und kann sich über klare Sicht erfreuen. 

Sollte es zum Thema selbstreinigendem Glas, Reinigung der Oberflächen etc. eine Frage geben, einfach eine Mail an 

Harald.Eberl@wintergarten-eberl.de.

Ich freue mich darauf! 

Bis zum nächsten Mal,

Harald Eberl. 

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Harald-Eberl
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