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Blog Post #5 I WELCHES GLAS BEI GLASANBAUTEN?

Liebe Freunde und Kunden von Mein Eberl Wintergarten,

heute möchte ich über das mit unter wichtigste aber am wenigsten sichtbare Thema eines Wintergartens sprechen. Beim Winter- und Sommergarten werden verschiedenste Gläser verwendet und im folgenden Text erfahren Sie, welches Glas wann und aus welchem Grund zum Einsatz kommt. Dabei wünsche ich Ihnen viel Spaß.

“GESCHÜTZT VOR WIND UND WETTER”

Einscheibenschutzgläser ESG
Beim Bau von Glasanbauten greift man auf unterschiedlichste  Gläser mit verschiedensten Eigenschaften zurück. Fangen wir einfach bei den Einscheiben Sicherheits Gläsern (ESG) an. Diese Gläser werden bei rahmenlosen Verglasungen senkrecht im Sommergarten verbaut. Hier stehen nicht etwa besonders hohe Anforderungen bezüglich der Wärme Dämm-Eigenschaften des Glases im Vordergrund, vielmehr legt man hier Wert auf eine maximale Transparenz und Leichtigkeit von rahmenlosen Verglasungen. Diese kommen dem Gefühl in der Natur zu sein am nächsten und sind zudem der ideale Wind und Wetterschutz.

Verbundsicherheitsgläser – VSG
Früher wurde Glas mit Hilfe von Draht verstärkt. Jeder erinnert sich an Drahtgittergläser, Hier wurde beim Herstellungsprozess der Scheibe ein Drahtgitter mit dem Fenster vergossen, damit im Falle eines Bruches die Scheibe nicht runter fallen und zu Verletzungen führen konnte . Von dieser Art Gläser zu verstärken ging man im Laufe der Jahre weg und bewegte sich in Richtung Folien. Hier gibt es die unterschiedlichste Folien für noch unterschiedlichere Einsatzzwecke: Milchglasfolien, Durchschuss Hemmende Folien, Feuerschutzfolien, um nur wenige zu nennen. Wir verwenden ganz klassisch Gläser mit PVB Folien mit einer Stärke von 0,75mm Stärke. Diese wird zwischen zwei Scheiben gelegt und dann warm zusammen gepresst.

Gläser über kopf lagern

Gerade Gläser, die als Überdachung dienen oder eben über Kopf gelagert werden, müssen nach den Richtlinien des Gesetzgebers Verbundsicherheitsgläser sein. Deshalb  kommt das sogenannte VSG – Verbundssicherheitsglas am häufigsten zum Einsatz. Ein VSG besteht immer aus mehreren Gläsern die mit Hilfe einer Folie oder zwischenliegenden Kunststoff-Scheiben zusammengefügt werden. Hier gilt die Regel: Je mehr Schichten, desto belastbarer, schwerer, technischer und kostenintensiver wird das Produkt.  

Der Gesetzgeber gibt bei uns ein 8mm dickes Glas als Mindestmaß bei einem Sparen Abstand von 800mm vor um ausreichend Schutz und statische Eigenschaften zu gewährleisten. Gerade bei Billiganbietern wird oft bei der Verglasung gespart und auf 8mm Gläser zurückgegriffen. Dies liegt meistens an der fehlenden Tragfähigkeit der Unterkonstruktion. Gläser bringen einfach ein gewisses Eigengewicht mit sich. Je stärker also das Glas, desto schwerer das Element. Die Billig-Hersteller federn also die Belastbarkeit der Unterkonstruktion mit leichteren Materialen ab und bewegen sich so oft an den Belastungsgrenzen der Gesamtkonstruktion. Kommt dann das Thema Schneelast noch zu tragen, kann es mit unter schon mal heikel werden. 

Wie entsteht denn eigentlich so ein  ESG Glas?
Hier wird wie oben schon beschrieben normales Floatglas (Fensterglas) verarbeitet. Damit dieses späteren Belastungen standhält, durchläuft es bei der Herstellung verschiedene Prozesse. Zunächst werden Bohrungen gesetzt, die Kanten des Glases geschliffen und poliert, um es dann ähnlich wie beim Härten von Stahl, in einen Ofen zu geben wo es durch Erhitzung und gezielter Abkühlung unter unterschiedliche Spannung gesetzt wird. Eine nachträgliche Bearbeitung ist dann nicht mehr möglich.

Horizontale Elemente sollten ESG Glas sein

Grundsätzlich kann man sagen, alles was man im Glasbereich ohne Rahmen verbaut, also zum Beispiel Türen oder freistehende Windschutzelemente, sollte ESG Glas sein. Andere, nicht gehärtete Gläser, würden den einwirkenden Belastungen nicht standhalten wodurch die Scheibe/das Glas sofort reissen würde. Dies bedeutet aber nicht, dass ESG unzerstörbar ist. Plötzliche Belastungseinwirkungen auf die Kanten des Glases haben eine schlagartige Spannungsänderung zur Folge und führen unmittelbar zum Bruch der Scheibe. Zudem kann in eher seltenen Fällen das ESG von sich aus, ganz ohne Fremdeinwirkung brechen. Man spricht dann vom sogenannten Spontanbruch.

Glas ist ein Naturprodukt und kann somit auch bei der Verarbeitung kleinste, für das menschliche Auge nicht erkennbare Unreinheiten haben. Einer dieser Fehler wäre z.B. der Nickel Sulfit Einschluss. Man stelle sich hier ein kleines Silizium Korn vor, welches sich bei der Glasschmelze nicht sauber verschmolzen hat. Dieses einzelne Korn bleibt dann im Glas „stehen“ und „sticht“ in den umliegenden Bereich. Durch Temperaturunterschiede verursachte Spannungsschwankungen können dann  im Laufe der Zeit zum Bruch des Glases führen. Durch die erhöhte Verspannung des Glases bricht die Scheibe nicht auf konventionelle Art sondern zerberstet in tausende kleine Scherben. So wird nun verständlich, weshalb man ESG tunlichst nicht über Kopf lagern sollte, da es im Falle eines Bruches Glasscherben regnen würde und die Verletzungsgefahr entsprechend hoch wäre.

Eine dritte Kombination ist das Teilvorgespannte Glas TVG, welches die Vorspann-Eigenschaften des ESG und VSG verbindet. Durch seine geringere Biegefestigkeit als bei ESG Gläsern verwendet man diese Variante bei höheren statischen Anforderungen. Durch die Verbindung von mehreren ESG Scheiben mit Folien oder eingelegten Kunststoffgläsern, schafft man eine höhere Statik und Sicherheit des Glases. Kommt es hier zu einem Bruch, macht sich dies zwar im Glas erkennbar, die Scheibe selbst verliert aber durch die Verklebung nicht gänzlich ihren statischen Eigenschaften. So werden weiterhin, die auf das Glas einwirkenden Lasten abgetragen.

Was man sonst noch alles mit Glas anstellen kann, wie und wo wir es verbauen und welche Möglichkeiten es sonst so gibt, finden Sie auf unserem Youtube Kanal oder unserem Blog. Sollte es Fragen diesbezüglich geben, schreiben Sie  gerne eine Nachricht an die Harald.Eberl@wintergarten-eberl.de.

Alles Gute und bis bald,

Harald Eberl

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Harald Eberl
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harald.eberl@wintergarten-eberl.de